Western Samoa

By: Reisezeitland, 10 months

Da sitzen wir nun in einer Strohhütte, vor uns die Südsee. Es ist tiefste Nacht und ich beobachte die Sterne, ich finde das “Kreuz des Südens“. Es ist schon ein eigentümliches Gefühl so weit von zu Hause weg zu sein, frühere Geschichten gehört zu haben über diese fernen Länder und nun selbst hier zu sein, es ist schon etwas ganz besonderes! Nachdem ich mit Kiki die “Fidschi Inseln” verlassen habe, sind wir 1300 Kilometer Richtung Äquator geflogen, zu den Samoa Inseln - Upalo und Savaii. Beide Inseln sind so klein, man kann sie leicht in einem Tag per Auto umrunden. Wir sind die einzigen Touristen im Flugzeug. Fliegen wir auch auf die richtigen Inseln?…*g*…Auf dem Flughafen von Samoa werden wir von einigen müden samoanischen “Musikern” mit Liedern begrüßt. Man fragt mich, ob ich hier wohne und man drückt uns mit einem breiten Grinsen samoanische Stempel in unsere Pässe. Alohae wir sind da!
 
In der tropischen Hitze verlassen wir den Flughafen und fahren nach Apia der Hauptstadt Samoas. Wir wohnen dort in einem alten kolonialen Gebäude, dem “Outrigger Hotel”. Schöne Frauen in farbigen Kleidern und Blumen in den Haaren kümmern sich liebevoll um uns. Abends geht’s dann ins “Aggi Grey Hotel”, eine Südseelegende in dem schon Garry Copper und Marlene Monroe gewohnt haben, ein tolles koloniales Hotel mit viel Charme am Hafen von Apia. Davor Segelboote aus aller Welt. Wir lauschen den wunderbaren Gesängen der Samoaner, die allabendlich ertönen. Wunderbar!
Apia selber hat schon so seine Eigentümlichkeiten. Polizisten in Sandalen und Röcken, knallbunte selbstgebaute Busse aus den laute Musik ertönt und die spezielle samoanische Wohnweise! Man staune, die Hauser hier haben keine Wände, Türen, Fenster, nur Boden, Decke und einige Balken. So hat man einen recht guten “Einblick” in die hiesige Lebensweise, zum Beispiel einen direkten Blick ins Schlafzimmer, ho ho. Im Übrigen haben die meisten unserer Strohhütten auch keine Wände, nur Moskitonetz, Matratze, Kerosin Lampe und Blick auf den Ozean!
Natürlich kommt man auch mit vielen “Deutschen” Sachen in Kontakt, schließlich war Samoa mal eine Deutsche Südseekolonie. So trafen wir im Haus von Robert Louis Stevenson (dem Autor der Schatzinsel) Anna, eine hübsche Samoanerin die einen deutschen Urgroßvater hatte! Oder aber im “Touristen Büro” von Samoa eine gebrochen deutsch sprechende Samoanerin die für 6 Monate in Deutschland war (für die Tropenhalle in Brandenburg!). Selbst die staatliche Lottogesellschaft und MacDonald werden von deutschen Unternehmern geleitet. Soweit zur ehemaligen deutschen Kolonie Samoa.
Samoa ist wunderbar, liebe Menschen, eine schöne Inselwelt mit zehntausenden Palmen und genialen Lagunen zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen, eben eine richtige Südseeinsel! Dazu gleich die neueste “sportliche Betätigung”. Nachdem ich mit Kiki ausgiebig die Lagunen per Schnorchel erkundet hatte, kam ich auf die Idee dies auch mal als “richtiger” Taucher zu versuchen!
Und los ging’s. Ich die schweren Flaschen geschultert, Ausrüstung angelegt und mit Taucherbrille und Flossen über den Strand Richtung blaue Lagune geschlürft, uff, schwer. Der riesige Bleigürtel machte mir schon einige Sorgen, werde ich wie eine alte Boje untergehen?? Ha, aber auf meinen Tauchlehrer war Verlass. Geduldig beantwortete er all meine vielen Fragen…*g*. Die ersten Momente waren dann schon etwas seltsam, insbesondere da man plötzlich unter Wasser atmen kann, aber nach einer Weile hat man sich daran gewöhnt und genießt die Unterwasserwelt! Leider bleibt mir nicht genug Zeit einen Tauchschein zu machen, aber was Solls, mache ich ihn eben auf einer anderen Reise…glucks…glucks!Aber natürlich gibt es auch hier wieder das etwas besondere, na wie immer eben, diesmal sind es die Hunde! Wir hatten uns schon gewundert dass so viele Leute mit Verbänden an Armen und Beinen herumlaufen und die Einheimischen des Nachts riesige Steine mit sich rumschleppen! Des Rätsels Lösung waren die Hunde! Von denen gibt es scheinbar eine Menge, tagsüber sind die faul (zu heiß ;) , aber des Nachts versammeln sich diese in 10er, 20er Gruppen und greifen an! Natürlich hat die örtliche Polizei schon des Öfteren versucht das Problem zu lösen, wohl aber ohne Erfolg. Den Erfolg hatten stattdessen die Taxifahrer, denn diese fahren des Nachts selbst kürzeste 20-Meterstrecken! Ich habe mich mit Kiki, immer mit Steinen “bewaffnet” des Nachts auf den Weg gemacht (der Weg zum Taxi) dann ab ins Restaurant. Wir hatten Glück und wurden nicht gebissen, Hurra! Wir haben hier auf der Insel Upalo eine wunderschönen Platz zum verweilen gefunden, die “Lanomanu Beach”, unsere Strohhütte am Strand. Palmen vor uns die Türkise Lagune (29 Grad warm) mit bunten lustigen Fischen. Abends sitzen wir dann mit einigen Weltreisenden bei samoanischen Gesängen beim Essen und reden über unsere Reisen um die Welt, spannend! Zum Schluss noch etwas über einen Ossi…über den “Westen”&hellip ;( na wer hätte gedacht das wir mal so weit in den Westen kommen, ha?!)Ich möchte euch etwas über den westlichsten Punkt der Erde erzählen (Datumsgrenze) Er liegt in Samoa auf der Insel Savaii, mitten im Südpazifischen Ozean, viele tausende Kilometer vom nächsten Festland entfernt. Es sind winzige Inseln mitten im blauen Ozean. Diese Inseln sind umgeben von einem Reff. In den türkisenen Lagunen schwimmen tausende bunte Fische. Im Inneren findet man dichten grünen Regenwald, mystische uralte polynesische Ruinen und sagenhafte leuchtende Wasserfälle. Der westlichste Punkt unserer Erde ist ein blendend weißer Sandstrand an dem hunderte Palmen im Wind sich wiegen, vor dir der Türkis schimmernde Ozean an einem menschenleeren einsamen Stück Erde, schön…!


Liebe Grüße euer Dennis und eure Kiki
5.6.2006
Kiki und Dennis
Westsamoa
Südpazifik
Luft: 30 Grad
Wasser: 26 Grad
 

Comments (1)

  1. Martin
    Martin , edited over 38 years
    Schöner Text Meister Polter! Ich will auch dahin ;)
     

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